GT: Wasserpumpen only

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Habe vor vielen Jahren eine völlig defekte Wasserpumpe zerlegt/zersägt um die Innereien zu "erforschen":

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Unter freundlicher Genehmigung vom Gileraclub Dänemark.

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Eine weitere Ergänzung zum Thema Wasserpumpen:
Habe in meinem Archiv einen überarbeiteten Text: Neues aus Garagien (5) gefunden,
den ich aktuell nochmals angepasst habe.

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Quelle: Gileraclub Frankreich

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Habe ein kurioses Teil zugeschickt bekommen. Dürfte aber an keinem BI4 Motor verbaut gewesen sein, da über den flachen Flansch keine Abdichtung zur Wasserseite hin möglich ist. Dürfte als Umlenkrolle bei irgendeiner Maschine gedient haben. Leider ist die Antriebsrolle mit der Welle verschweißt, sonst hätte man sie vielleicht noch retten können.

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Für einen Saturno Umbau auf elektrische Wasserpumpe liegen schon einige Teile parat. Zwei Varianten eines Pumpendummies liegen bereit, einmal komplett neu gefertig bzw. aus einer originalen Pumpe gewandelt. Die elektrische Wasserpumpe habe ich auf Empfehlung besorgt. Der Einbauort auf der "kalten" Seite wäre ideal. Würde aber m. E. die Neufertigung des Thermostatdeckels erforden. Optisch ließe sich die Pumpe allerdings besser auf der rechten Seite unter der Verkleidung verstecken.

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Ich habe mehr aus Neugier eine dieser „zerlegbaren“ Wasserpumpen, die

über Deutschland für die 560 cc BI4´s für teures Geld verkauft wurden, auseinander genommen. Oh Wunder, es ist gar keine Gleitringdichtung verbaut, sondern ein schnöder, billiger 2 € Wellendichtring. Das soll funktionieren?
Aus meiner Sicht ist das Pfusch.

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Die optischen Unterschiede der 350/500 cc und 560 cc Wasserpumpen:
Sind hoffentlich selbsterklärend.
Beim originalen Saturnotunigkit gab es für den Einbau der 350/500 cc Pumpe in den 560 cc Zylinder einen Zwischenring für den Ausgleich des Unterschiedes im Durchmesser und
2 Distanzscheiben für den Ausgleich der Höhe:

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Defekte Wasserpumpengehäuse. Risse im Schraubenbereich. Teil 3:
Habe mir beim zweiten, defekten Gehäuse das Fixieren des Blechs mit zwei M 3 Schrauben gespart. Nach dem Verkleben habe ich das Blech mit Tape positioniert. Das hat völlig gereicht. Nach dem Aushärten über Nacht mittels Proxxon das Blech verschliffen:

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Defekte Wasserpumpengehäuse. Risse im Schraubenbereich. Teil 2:
Erster Reparaturversuch mit einer dünnen Alublechmanschette, damit das Schraubenauge nicht endgültig abbrechen kann. Verklebt mit UHU-Plus, ausgehärtet unter Wärmeeintrag. Anschließend mit Proxxon und Schleifstein "verputzt".
Nicht hübsch, aber für den weiteren Eigenbedarf ausreichend:

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Defekte Wasserpumpengehäuse. Risse im Schraubenbereich. Teil 1:
An zu fest angezogenen Senkschrauben kann es (eigentlich) nicht liegen. Ich denke eher es passiert beim Pumpenausbau. Eine Pumpe, die jahrelang eingebaut war, ist nun mal festgegammelt. Um die Pumpe auszubauen fehlt ein Teil von der Auflagefläche. Hier kann man einen dünnen Hebel zum Anlupfen ansetzen. Doch wenn die Pumpe zu fest sitzt passiert gar nichts. Automatisch hebelt man fester und schwupps reißt das Gehäuse. Mein Tipp ist recht einfach. Ich wärme den Bereich neben der Pumpe mit einer Heißluftpistole auf. Das hilft fast immer.
Konstruktiv ist diese originale Ausführung m.E. fehlerhaft. Die Absenkung hätte man neben den Schrauben machen müssen, da wo das Pumpengehäuse massiv ist. Solche zusätzlichen Taschen kann man natürlich in Eigeninitiative selber fräsen.
Leider besteht das Pumpengehäuse aus einer Pumpenlegierung, die nicht schweißbar ist.
Um den Riß etwas zu stabilisieren kann man ein Blech in der Dicke des Pumpenflanschs anfertigen und "um die Ecke" legen, jeweils mit M 2 oder M 3 Schrauben fixieren und mit 2-Komponentenkleber sichern.
Ich habe ja 2 defekte Gehäuse, da kann ich demnächst ja mal das Gesagte umsetzen:

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Gebrauchte BI4 Wasserpumpen kaufen, lohnt sich das? Teil 2:
Das Grauen hat eine Fortsetzung. Nachdem ich die Pumpen komplett zerlegt habe, entpuppte sich eine Welle "do it yourself" ohne Bund. Leute, da hatte wirklich jemand überhaupt keine Ahnung von der Materie. Ab in die Schrottkiste!

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Gebrauchte BI4 Wasserpumpen kaufen, lohnt sich das? Teil 1:
Ich habe übers Internet 2 gebrauchte 560 cc Wasserpumpen gekauft. Ich habe mir schon aus guter Voraussicht keine großen Hoffnungen gemacht über die Zustandsbeschreibung "voll funktionsfähig" des Anbieters. Nachfolgend das Ergebnis meiner Untersuchung:

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Zur Pumpe 1:
Auffällig war eine Verschraubung mit einem M6 Gewinde in der Welle auf der Seite der Antriebsrolle. Vermutlich eine mangelhafte Passung. In der Tat konnte man die Welle mit leicht erhöhter Handkraft herausdrücken. Vermutlich wurde die Pumpe schon mehrmals zerlegt. Eingebaut sind Z - Kugellager, ziemlich verölt, besser wären 2 RS Lager, original waren nur offene Lager verbaut. Die verbaute Gleitringdichtung hat keine Keramikreibflächen und sollte auch ausgetauscht werden. Schätzung der Kosten einer Überholung: GRD 35 €, 2 Lager 10 €, neue Welle anfertigen in Eigeninitiative 30 €.
Dies alles ohne Gewähr:

Zur Pumpe 2:
Hier fiel die fehlende Zentrierbohrung in der Welle auf. Dies ließ ganz klar auf schon mindest eine erfolgte Zerlegung und Erneuerung der Welle hin. Die Ablagerung an einer Stelle im Laufrad lässt auf einen langen Stillstand, einschl. undichter GRD, vermuten. Tatsächlich ist auch eine völlig falsche GRD verbaut (ohne Andrückfeder). Das konnte so nicht funktionieren. Zwar sind RS Lager verbaut, aber die hakeln auch schon beim leichten Drehen unter Druck. Desweiten waren an beiden Pumpen unterschiedliche Flügelräder verbaut. Grund?
Schätzung der Kosten einer Überholung: GRD 35 €, 2 neue Lager 10 €.
Dies alles ohne Gewähr.

Fazit: "Otto Normalschrauber" sollte die Finger von so einem gebrauchtem PFUSCH lassen und eine neue Pumpe kaufen. Geiz ist nicht immer Geil!

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"Neues" zu den BI4 Wasserpumpen. Teil 2:
Durch Zufall entdeckt. Ein mir bis dato noch nicht bekanntes Flügelrad. Man lernt nie aus:

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"Neues" zu den BI4 Wasserpumpen. Teil 1:

Ich habe kürzlich über Ebay einen gebrauchten 350 cc Dakota Zylinder mit Kolben erworben. Nicht dass ich die Teile brauchen würde, nein, das eigentlich Interessante ist die verbaute Wasserpumpe und das Thermostatgehäuse. Ich hoffte herauszufinden, welche Unterschiede es zu den anderen BI4 Modellen gibt. Erst auf den zweiten Blick sind mir bei der Pumpe, vermutlich die allererste Serie, die Unterschiede zu einer 500 cc Pumpe aufgefallen. Neben einem anderen Gehäuse ist die Einbautiefe 1 mm geringer und der Unterschied im Flügelradspaltmaß 1,50 mm.
Ich hatte in meinen 35 BI4 Jahren noch nie so eine Pumpenausführung in den Fingern.

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Summa summarum sind das gute Nachrichten. Da die Pumpennachbauszene sich offensichtlich auf die 560-iger Pumpen konzentriert, besteht auch für Saturnobesitzer ggf. die Möglichkeit, die im Durchmesser größeren 560-iger Pumpen zu verwenden:

Sogar der Ausschnitt für den Wasserzulauf passt:

Nicht schön, der Feinschliff fehlt, aber die Pumpe passt in die erweiterte Öffnung. Es verbleibt auch noch genügend Fläche der 45 Grad Kante für die Abdichtung mittel O-Ring. Eine Zylinderschleiferei bzw. mechanische Werkstatt kann das professioneller Auffräsen:

30.03.2023: Das ging leichter als gedacht. Man braucht einen brutalen, späneabhebenden Fräser und Lamellenschleifer zum Aufhübschen:

29.03.2023 Gilera Saturno: Einbau einer 560-iger Wasserpumpe in den 500-er Zylinder.
Wie schon an anderer Stelle thematisiert gibt es eine Werksanleitung für den Einbau der "kleinen" 500-er Wasserpumpe in den großen 580 cc Tuningzylinder. Wie wäre es aber umgekehrt?
Bei gleichem Flanschbild ginge es nur durch Auffräsen der Gehäuseaufnahme:

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Restauration einer BI4 Wasserpumpe.
Beispiel Saturnopumpe mit Wasserschaden:

Wichtig für das Zerlegen ist eine ordentliche Presse (sollte mindestens 2 t drücken, bitte keine Schraubstockexperimente), Ausdrückdorne und mindestens 2 passgenaue Hülsen (Drehbank erforderlich) für die Unterstützung von Flügelrad und Antriebsrolle beim Auspressen:

Ich beginne mit der Antriebsrolle. Warum? Die beiden kleinen Kugellager sind Pfennigartikel und sollten sowieso erneuert werden. Aber auf diese Weise bleibt die Achse mit Flügelrad und Gleitringdichtung als Einheit erhalten. Ich habe schon Pumpen zerlegt, da hatten die Lager etwas Spiel, möglicherweise durch eine zu stramme Einstellung des Zahnriemens. Der Rest dieser Pumpe war aber noch in Ordnung. Aber die Entscheidung, was erneuert werden sollte, muss individuell getroffen werden:

Sieht schlimm aus, lässt sich m. E. aber noch retten:

Die nächsten Schritte sind beliebig wählbar, da jetzt 2 getrennte Baugruppen vorliegen, das Gehäuse mit den Lagern und die Achse mit der GRD:

Das Abziehen der GRD von der Achse geht relativ einfach:

Die beiden Kugellager sitzen recht stramm im Gehäuse. Ein vorheriges Erwärmen, statt kalt auszupressen, wäre die elegantere Variante:

Benötigte Neuteile liegen schon bereit.
Wird fortgesetzt.

31.03.2023: Reinigung der Hauptkomponenten:

Die kleinen Messingbürsten, in verschiedenen Formen, eignen sich sehr gut für eine "schonende" Reinigung:

Nicht vergessen, die Wasserablaufbohrungen (händisch) frei zu stechen:

Lochfraß im Gehäuse:

Auch die Welle zeigt Korrosionsspuren:

Abschließend noch ein Ultraschallbad.
Wird fortgesetzt.

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