July 1974: 14 Tage Urlaub in den
Sommerferien mit einem befreundeten Pärchen auf einer Suzuki GT 250,
meiner damalige Freundin, die Max und ich (Finnland).
Von
Startpunkt Rüsselsheim ging die Fahrt nach Travemünde. Mit der
Fähre in ca. 30 Stunden bis Helsinki. Ankunft Vormittags. Unser Plan
war, soweit Richtung Norden an der finnischen Westküste zu fahren,
bis es dämmert. Über Tampere, Vaasa Richtung Oulu.
Nun
wir fuhren und fuhren bis wir bei einem Tankstop auf die Uhr
schauten, 23 Uhr Ortszeit??? und immer noch hell??? Da sind wir blind
in die Touristenfalle geraten und überhaupt nicht daran gedacht,
dass es im hohen Norden Nachts gar nicht richtig Dunkel wird. Also
nächster Campingplatz gesucht, irgendwo Höhe Oulu, Zelte aufgebaut,
24 Uhr. Dann noch ein Tütensüppchen gegen den Hunger verputzt, 0:30
Uhr, immer noch nicht ganz Dunkel, nennt sich Mitternachtssonne. Ein
erster toller AHA Effekt hier im skandinavischem Norden. Nun war ich
ja im letzten Jahr in Norwegen, aber wesentlich südlicher, da fiel
das mit den Helligkeitsunterschieden nicht so auf.
Weiter
bis Rovaniemi, der Hauptstadt von Lappland, am nördlichen
Polarkreis. Das war auch unser nördlichster Reisepunkt, ab jetzt
wieder Richtung Süden, der Motorrad GP in Imatra war unser Ziel.
Zwischenstationen
waren Kuopio am See Kallavesi, danach Savonlinna.
https://de.wikipedia.org/wiki/Savonlinna
Die
bekannteste Sehenswürdigkeit Savonlinnas ist die Burg Olavinlinna.
Sie ist heute die besterhaltene
mittelalterliche Festung Nordeuropas. Seit 1975 ist sie für die
Öffentlichkeit zugänglich und ganzjährig geöffnet. Wir
standen also vor dem verschlossenen Eingangstor. Weiter nach Kerimäki
mit der größten Holzkirche der Welt.
https://www.gooutbecrazy.de/kerimaeki-groesste-holzkirche-der-welt/
Zum
Ende der Rundreise Besuch des Motorrad GP in Imatra, ein damaliger
Straßenkurs einschl. spektakulärer Überquerung eines
Bahnübergangs. Kleine Anekdote dazu. Wir kamen relativ spät, so
gegen 20 Uhr auf dem GP Campingplatz an. Um uns herum das „Feiern“
von wohl etlichen (alkoholisierten) Fans. Wir dachen schon an eine
unruhige Nacht. Nach Zeltaufbau und dem üblichen Köcheln der
Tütensuppe wurde es um uns herum immer leiser. Nach einigen
Gesprächen am nächsten Morgen mit unseren Zeltnachbarn stellte sich
heraus, dass die „Feierlichkeiten“ schon am Vormittag begonnen
hatten und irgendwann gegen Abend der „Stoff“ ausging. Nur zur
Erklärung: Seitens des Staates wurde versucht den Alkoholkonsum
einzuschränken, einerseits durch massive Verteuerung, anderenseits
nur im Verkauft spezieller Geschäfte mit Altersbeschränkung. Ich
kann mich gar nicht erinnern, ob wir in diesem Urlaub uns mal ein
Bierchen gegönnt haben, angesichts eines knapp bemessenen
Schülerurlaubsbudgets.
Rückfahrt
über die Fähre Helsinki – Travemünde.
Aus
der Erinnerung wieder mal ein toller Urlaub. Beide Motorräder ohne
Sperenzien.